Der „stumme“ Stempel mit der Ziffer „1“ in der Mitte eines Dreikreisstempels ist sehr prägnant. Es ist ein Ankunftsstempel aus Kopenhagen, ein sog. Landungs- oder Anlandungsstempel.

Wenn Post kurz vor Abfahrt eines Schiffes nach Dänemark aufgeliefert wurde, sodass vorher keine postalische Bearbeitung mehr möglich war oder während der Fahrt in den Schiffsbriefkasten eingelegt wurde, musste bei der Ankunft in Kopenhagen im Hafenpostamt der Dreiringstempel auf dem Wertstempel abgeschlagen werden. Zusätzlich musste noch ein Tagesstempel abgeschlagen werden, um die Ankunftszeit zu belegen, was jedoch nicht immer ausgeführt wurde.

Ab der Preußenzeit waren mehrere Stempel in Gebrauch, die sich durch die Größe der Ziffer „1“ unterschieden.

Preußen und NDP meist die große Ziffer 1,
Brustschild sowohl großer als auch kleiner Schild, meist die kleine Ziffer 1,
Pfennige meist die kleine Ziffer 1,
Pfennig- und Krone/Adler nur die kleine Ziffer 1.

Postkarte der Pfennig-Ausgabe auffrankiert mit Mi.-Nr. 40.

Korrekt wurde sowohl der Wertstempel der Ganzsache als auch die Marke mit dem Landungsstempel „1“ entwertet. Darunter ist der Ankunftsstempel von Kopenhagen mit Zeitangaben abgeschlagen, wie vorgeschrieben.

Postkarte der Krone/Adler-Ausgabe entwertet mit Landungsstempel „1“ bei der Landung in Kopenhagen. Daneben ist der Kopenhagener Tagesstempel vom 2. Juli 1890 abgeschlagen. Die Weiterleitung an den Zielort Stockholm ist durch den schwedischen Ankunftsstempel vom 3. Juli 1890 belegt.

Brief von Lübeck nach Kopenhagen der Firma Charles Petit mit vorgedrucktem Umschlag. Landungsstempel auf Briefen sind weniger häufig als auf Postkarten.

Manfred Schmitt