Die Besonderheit von Inlandspaketkarten mit Zwei‐Mark‐Marken habe ich in Folge 141 beschrieben. 

Ergänzend hierzu möchte ich Gotwin Zenker † zitieren, der im Band 39 der INFLA‐Bücherei „Deutsches Reich 2 MARK – Monographie einer Briefmarke“, München 1995, auf Seite 77 schrieb: 

„Zusammenfassend ergibt sich daher folgende Wertigkeit: 

am häufigsten sind Auslands‐Paketkarten, weniger häufig sind Inlands‐Wertbriefe, wesentlich seltener sind Inlands‐Paketkarten, noch seltener sind Auslands‐Wertbriefe. 

Auslands‐Wertbriefe und Inlands‐Paketkarten sind selten; alle anderen Versendungsarten sind sehr selten bzw. Raritäten und jeweils nur in wenigen Stücken bekannt. Sie unterliegen einer Liebhaber‐Bewertung.“ 

Zenker bezog diese Aussage auf das Vorkommen in den einzelnen Kategorien insgesamt. Er hatte in seine Auswertung Einzel‐, Mehrfach‐ und Misch‐frankaturen einbezogen. 

 Wenn man die Frankaturarten auswertet, wird ersichtlich, daß Einzel‐ und Mehr‐fachfrankaturen wesentlich seltener sind als Mischfrankaturen. Das resultiert daraus, daß bei den vielen in 5‐Pf.‐Schritten bestehenden Frankaturmöglichkeiten bei Paketkarten und Wertbriefen die Chance, daß ein Porto von genau 2,‐ Mark oder einem Vielfachen von 2,‐ Mark entstand, relativ gering war. Bei einzelnen Kategorien finden sich von den späten Farben der Mi.‐Nr. 37e und 37f insbesondere auf Auslandspaketkarten schon einmal Einzel‐ oder Mehrfachfrankaturen. Aber bei den frühen ‐ und selteneren ‐ Farben der Mi.‐Nr. 37a bis 37d kann man solche an einer Hand abzählen. 

Als Beispiel möchte ich das anhand einer Inlandspaketkarte mit einer 2 Mark Mi.‐Nr. 37a darstellen. 

Die gezeigte Karte datiert zwar aus dem November 1881 und fällt damit in den Hauptverwendungszeitraum der b‐Farbe, es handelt sich aber um eine etwas später verwendete frühe a‐Farbe. 

Bei einer Entfernung von über 10 Meilen entstand ein Porto von 50 Pf. für die ersten 5 kg. Hinzu kamen 30 Pf. für jedes weitere volle bzw. angefangene Kilogramm bei einer Entfernung von über 50 bis 100 Meilen. Das waren 5 x 30 Pf. = 1,50 Mark. Das Gesamtporto betrug somit genau 2,‐ Mark. 

An dieser Karte sind noch besonders hervorzuheben der unter der vorschriftsmäßig handschriftlich entwerteten Marke befindliche Abschlag des nachverwendeten Preußen‐Stempels HAVELBERG und der sehr spät verwendete ebenfalls preußische Stempel der Packkammer in Darmstadt. Das Paket war nach „BESSUNGEN b. Darmstadt“ adressiert. Bessungen war 1875 in „DARMSTADT 3“ umbenannt worden. Es hat also mit dem Darmstädter Stempel seine Richtigkeit. 

Neben dieser Paketkarte ist eine weitere mit der a‐Farbe, eine mit der b‐Farbe und zwei mit der c‐Farbe aus dem Inland bekannt. Diejenige mit der a‐Farbe aus der Neukloster‐Korrespondenz ist aber bei einer Entfernung bis 10 Meilen und einem Gewicht von 24 kg überfrankiert und trägt den entsprechenden Hinweis „M 1,20 genügend“. Sie war vermutlich vom Absender vorfrankiert worden, der damit 80 Pf. verschenkt hatte. 

Manfred Wiegand, Göttingen