
Der Adressat der Drucksache nach Russland, Geheimrat Afanassi Fedorowitsch Bytschkoff (1818–1899), war ein russischer Historiker, Paläograf (Paläographie = Lehre von alten Schriften) und langjähriger Direktor der Kaiserlichen Öffentlichen Bibliothek in Sankt Petersburg. Die Anschriftangaben sind in kyrillischer Schrift wiederholt, um sie für die russischen Postbediensteten lesbar zu machen.
Der Beleg trägt außer der Adresse eine Abstempelung „Д.Ц.“, die für „Дозволено Цензурой“ steht, was auf Deutsch „Durch die Zensur gestattet“ oder „Von der Zensur genehmigt“ heißt. Diese Markierung wurde ab 1880 auf ausländische Drucksachen gesetzt. Im Russischen Kaiserreich unterlagen Druckerzeugnisse und Auslandspost einer strengen staatlichen Kontrolle. Briefe, Zeitungen oder Dokumente, die die Prüfung bestanden hatten, erhielten den „Freigabestempel“. Ziel der Zensur, die schon im frühen 19. Jahrhundert begonnen hatte, war die Verhinderung der Verbreitung der Ideen der Französischen Revolution, insbesondere durch ausländische Zeitungen und andere Druckerzeugnisse.
