Im Amtsblatt des Königlichen (Preußischen) Post-Departements Nr. 22 vom 3.8.1857, S. 274, wurde bekanntgegeben, dass u. a. in NEUDÖRFCHEN, OPD Marienwerder, eine Postexpedition II. Klasse eröffnet worden sei. Diese erhielt den nachstehend abgebildeten Stempel:

Die Abbildung ist dem Feuser-Handbuch der nachverwendeten Stempel entnommen (Nr. 2283). 1871 wurde die PE II umgewandelt in eine Postagentur. Aufgrund der Verschmelzung der OPD Marienwerder mit der OPD Danzig am 1.1.1872 wechselte der Postort zu letzterer.
Der Stempel war einer von vielen Preußischen, die bis in die Zeit des Deutschen Reichs verwendet wurden. Aber man hatte ihn inzwischen der nunmehr eingetretenen Gepflogenheit, eine Jahreszahl im Stempel anzugeben, angepasst.

Da das Sternchen in der zweiten Zeile feststehend war, wurde die Jahreszahl hinter diesem eingesetzt. Für eine Uhrzeit war dadurch kein Platz mehr, da der Raum hinter dem Sternchen nur zwei Steckplätze hatte.
Irgendwann zwischen 1880 und 1888 bekam der Preußenstempel einen Nachfolger in Form eines Normstempels mit zwei Sternchen. Ihm folgte ein Stempel der Gruppe IV, der später – nachdem am 15.5.1927 bei Bahn und Post die 24-Stunden-Uhrzeit eingeführt wurde – mit solchen Uhrzeittypen verwendet wurde.



Die Adressatin Fräulein Julie von Buddenbrock (* 11. Januar 1826 in Berlin, † 11. Januar 1915 ebenda) war eine wohlhabende preußische Adelige, die mit ihrem Engagement in der Inneren Mission und der Äußeren Mission das Leben der evangelischen Kirche in Berlin um 1900 wesentlich beeinflusste. Darüber hinaus machte sie sich als Künstlerin einen Namen.
Für die Mitglieder der Arge Krone/Adler wird auf den Artikel im Rundbrief 73, S. 72/73, zu einem ebenso mit der Jahreszahl gebrauchten Stempel hingewiesen.
Manfred Wiegand
