Ungewöhnliche Postsendungen (5)


Bis zum 1.4.1900 betrug in Berlin das Porto für einen Ortsbrief bis 250 g 10 Pfennig, wogegen im restlichen Reichspostgebiet für einen solchen Ortsbrief lediglich 5 Pfennig zu entrichten waren. Berlin war damals die mit Abstand größte Stadt im Reichsgebiet, bereits 1874 mit ca. 1 Million Einwohnern. Alle hätten in diesem großen Gebiet von einer Ortsgebühr profitiert. Aus diesem Grunde entschied die Reichspost nur für Berlin die Ortszustellgebühren zu erhöhen.

Nun sind Ortsbriefe aus Berlin, sofern ohne Zusatzleistungen, wahrlich keine Seltenheiten, aber die folgende Portodarstellung kann man schon als "ungewöhnliche Postsendung" bezeichnen.

Das Porto von 10 Pfennig ist dargestellt mit einer Nr.47 die der Absender, wohl ein Philatelist, in zwei Teile geschnitten hat. Sicherlich entgegen jeder Vorschrift, aber, der Brief wurde anstandslos befördert.

Eine nette Spielerei, sogar mit Plattenfehler "Bruch im Kopf der Bandrolle" im Feld K9.

Dieter Sejak