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Ungewöhnliche Postsendungen (4) |
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Wie
aus einer Drucksache, eine Postkarte wurde, Der Hersteller produzierte die Karte zum Versand als Drucksache. Daher befindet sich auch auf der Rückseite ein Vermerk „ Nur mit Datum und Unterschrift zu versehen!“ Der Absender schrieb aber auf der Rückseite etwas Text hinzu, wohlwissend, dass dies bei Drucksachen nicht zulässig war. Also frankierte er das gute Stück mit 5 Pfennig als Porto für eine Postkarte, wie er dachte. Der aufmerksame Postbeamte „dachte“ aber anders, denn diese so genannte Drucksache oder Postkarte entpuppte sich nach genauerem Hinsehen als Kartenbrief, denn sie war hinten verschlossen und auf den Inhalt komme ich später noch zu sprechen.
Der Postbeamte deklarierte die Karte nun als unzureichend frankierten Brief. Er strich Drucksache durch und taxierte das Stück mit 15 Pfennig Nachporto, was nun der erfreute Empfänger zahlen musste. Im Gebührentarif für den
Postverkehr innerhalb des Deutschen Reichs findet man die Bestim- mungen
hierzu im §2: Bei unfrankierten Briefen
tritt ein Zuschlagsporto von 10 Pfg., ohne Unterschied des Gewichts des
Briefes, hinzu.
Das Porto für unfrankierte
Briefe beträgt daher: Bei unzureichend
frankierten Briefen wird, neben dem Ergänzungsporto, ebenfalls
das Zu- schlagsporto von 10 Pfg. in Ansatz gebracht.
Hier nun die Rückseite des Beleges, der sich „Diaphanien-Gruss-Karte“ nennt „Zum Selbstanfertigen von Fenster-Diaphanien“. Mit einem Gruss aus Ahrendsee, einem Dorf an der Ostsee reichlich verziert. Bevor ich den Inhalt des Kartenbriefes sah, muss ich gestehen, wusste ich nicht was damit gemeint sein könnte. Diaphanienbild = direkt auf Glas oder auf dünnes Papier gedrucktes oder gemaltes Bild, das, mit Diaphanlack behandelt, gegen das Licht betrachtet werden kann. Und ein solches Bild befindet sich im inneren des Kartenbriefes
Das Fensterbild zeigt das Strandhotel in Ahrendsee, die Rettungsstation und den Strand. Dieter Sejak |